Antibiotika

Die Einführung von Antibiotika zählt zu den bedeutendsten Fortschritten der Medizin im 20. Jahrhundert. Mit diesen Medikamenten können bakteriell verursachte Infektionskrankheiten wirksam behandelt werden. Doch eine fehlerhafte Anwendung trägt dazu bei, dass bakterielle Erreger gegen Antibiotika resistent werden und auf eine Behandlung nicht mehr ansprechen. Ein sorgsamer Einsatz dieser Arzneimittel ist daher besonders wichtig.

Gegen Viren helfen Antibiotika nicht! Sie sind sogar schädlich, wenn sie dennoch gegeben werden, denn der Körper baut Resistenzen dagegen auf und dann helfen sie nicht mehr, wenn es wirklich zu einer Bakterieninfektion kommt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Antibiotika sind wirksam bei Infektionen, die durch Bakterien verursacht werden. Sie helfen nicht bei Erkrankungen, die durch Viren hervorgerufen werden.
  • Nehmen Sie Antibiotika genau nach Vorschrift ein: Halten Sie sich genau an die verordnete Dosierung, die vorgeschriebenen Einnahmezeiten und an die Einnahmedauer.
  • Beachten Sie die Angaben im Beipackzettel und die Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, auf welche Nahrungs- oder Genussmittel Sie während der Therapie möglicherweise verzichten sollten.
  • Informieren Sie die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt vor Therapiebeginn über die Einnahme anderer Arzneimittel sowie über Begleiterkrankungen.
  • Weisen Sie die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt im Vorfeld darauf hin, wenn Sie schwanger sind oder stillen.
  • Teilen Sie Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt mit, wenn bei Ihnen Auffälligkeiten oder unerwünschte Wirkungen während der Antibiotikabehandlung auftreten.
  • Nehmen Sie niemals ein Antibiotikum ein, welches anderen Personen verschrieben wurde und geben Sie auch niemandem Ihr Arzneimittel.

Was sind Antibiotika?

Antibiotika sind Arzneimittel, die gegen Bakterien, nicht jedoch gegen Viren wirksam sind. Die ersten Antibiotika, die in der Medizin eingesetzt wurden, waren Stoffwechselprodukte verschiedener Bakterien und Pilze, wie beispielsweise das Penicillin. Mittlerweile werden aber auch teil- oder vollsynthetisch oder gentechnisch produzierte antimikrobielle Chemotherapeutika als Antibiotika bezeichnet.

Doch nicht jedes Antibiotikum wirkt gegen jedes Bakterium. So gibt es unterschiedliche Substanzen, die je nach Erregerart zum Einsatz kommen. Breitspektrum- oder Breitband-Antibiotika wirken gegen viele verschiedene Bakterien, Schmalspektrum-Antibiotika dagegen gezielt gegen bestimmte Bakteriengruppen. Sogenannte Reserveantibiotika werden nur eingesetzt, wenn die Erreger resistent, das bedeutet widerstandsfähig gegen andere Substanzen sind, oder sehr starke Infektionen vorliegen.

Wie wirken Antibiotika?

Antibiotika unterstützen das Abwehrsystem des Körpers bei der Bekämpfung von Bakterien, indem sie die Erreger abtöten (bakterizide Antibiotika) oder sie in ihrem Wachstum hemmen (bakteriostatische Antibiotika). Der Wirkmechanismus beruht darauf, dass die Substanz unter anderem die Zellwand oder den Stoffwechsel der Mikroorganismen angreift.

Antibiotika wirken nur bei Erkrankungen, die durch Bakterien verursacht sind. Dazu zählen beispielsweise Mandelentzündungen, Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen oder Blasenentzündungen. Gegen Erkältungskrankheiten und Grippe (Influenza), die durch Viren hervorgerufen werden, sind Antibiotika dagegen wirkungslos.

Ist der Organismus jedoch durch eine Virusinfektion geschwächt, haben Bakterien es leichter, in den Körper einzudringen und sich zu vermehren. So kann es beispielsweise bei einem viralen Infekt der Atemwege in Einzelfällen zu einer bakteriellen Lungenentzündung kommen. Bei Anzeichen einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, medizinisch auch bakterielle Superinfektion genannt, kann dann der Einsatz eines Antibiotikums notwendig werden.